IKEA und die lustigen Produktnamen

Ich habe ja auch hin und wieder mit Namensgebung zu tun. Zum Glück muss ich aber nicht ein riesiges Inventar eines Möbelimperialisten benamsen. Bei dem schwedischen Heimausstatter gibt es neben dem Klassiker BILLY ja doch noch einige schöne Überraschungen, wie die Dinge denn so heißen dürfen. Mein Favorit seit ungefähr immer:

Die Klobürste VIREN. Da braucht man auch keinen Warnhinweis mehr.

 

Heute bin ich auf die Seite IKEA or Death gestoßen. Hier bekommt man einen Namen vorgesetzt und darf raten, ob er eher zu einem IKEA-Produkt passt oder doch zu einer Metal-Band gehört. Meine Quote nach ein paar Versuchen ist nahezu fehlerfrei, ich habe aber in langgezogenen IKEA-Besuchen und meiner Laufbahn als Musikkonsument doch einiges an Vorwissen gesammelt.

 

Wer genug von Schwedisch angehauchten Namen hat, kann sich ja mal hieran probieren:

Afrikanischer Fluss oder deutsches Startup? Ich jedenfalls habe dabei richtig schlecht abgeschnitten, kannte weder die Flüsse noch die Startups, mit Ausnahme von dawanda.

 

P.S.

Ein alter Hut ist es ja, für einen neu zu (er)findenden Namen erstmal die Übersetzungen eines passenden Begriffs in Google Translate durchzuspielen. Macht das noch jemand ab und an?

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Vom Texter nur das Besteste. Vom Superlativ.

Ich verrate ja nicht gerade ein Geheimnis, wenn ich sage, dass man als Werbetexter Dinge nicht nur blumig umschreiben darf, sondern oft mit dem Superlativ-Holzhammer draufhauen muss. Wenn „schön“ zu oft benutzt wird, will man sich abheben. Nach schöner kommt am Schönsten. In absoluter, reiner Perfektion. Solche Sachen. Unterbewusst mag der Superlativ ja immer noch stärker wirken, aber stumpfen denn die Konsumenten nicht auch ab, wenn in der Werbung ständig alles das Aller-allerste ist?

Werbung kann und darf stellenweise heute wieder sehr gefühlvoll sein und einen Nerv der Zielgruppe etwas subtiler treffen, doch noch viel zu oft denkt sich wohl in einer Kette von Verantwortlichen in der Kreation jemand, dass viel bekanntlich viel- pardon, am Meisten am Meisten hilft. Der Kunde ist ja blöd und seinem Unterbewusstsein kann man sowieso nicht am Öftesten genug klarmachen, warum jetzt genau dieses Produkt das ultimativ endgültig final affenstärkste Ding der Welt ist. sei.

Insgeheim mache sicher nicht nur ich mir daraus einen Spaß und muss dann in mich hinein grinsen, wenn mich wie letztens von diesem großen Online-Zahlungsprovider online folgendes an-superlativte:

Sichererer

Online mag das noch gut funktionieren, weil es recht gut ins Auge fällt und dafür nicht einmal wie ein längerer Slogan gelesen werden muss, um zu wirken- der Fehler, wenn man es so nennen will, sticht ins Auge und funktioniert dabei wunderbar.

Wenn man es aber mit den Steigerungen in seinen Werbeslogans zu sehr übertreibt, kann das auch schnell gerichtliche Konsequenzen nach sich ziehen- in stark umkämpften Märkten geht es nicht um Kleckerbeträge und die Konkurrenz geht gerne auch bis zum Bundesgerichtshof, wenn sie einem nur das Werben mit einem scheinbar irreführenden Superlativ verbieten kann.

Bis zu einem gewissen Grad muss Maximalversprechen im Slogan also nachvollziehbar für die Kunden sein. So sehr dies im Einzelfall die Gerichte unterschiedlich auslegen, im Endeffekt bin auch ich froh, dass sich nicht jeder plötzlich als bester, größter und meistverkaufter sowie -geliebter Hersteller von Zahnstochern ausgeben darf. Wobei das mit Zahnstochern wieder seinen eigenen Charme hätte.

Ich jedenfalls möchte gerne versuchen, künftig weniger mit Superlativen um mich zu werfen, nur weil es eben dazugehört.
Die beste Pizza kann vielleicht auch eine feine, knusprige, duftende Pizza sein, ohne dabei an Wirkung zu verlieren. So wäre es doch manchmal viel schöner. am Schönsten.

 

Eins hab ich noch: Persil hat es mit dieser Überprüfbarkeit schon früh hieb- und stichfest hinbekommen, mit einem kleinen Trick 😉

Persil macht es sich einfach.

 

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