IKEA und die lustigen Produktnamen

Ich habe ja auch hin und wieder mit Namensgebung zu tun. Zum Glück muss ich aber nicht ein riesiges Inventar eines Möbelimperialisten benamsen. Bei dem schwedischen Heimausstatter gibt es neben dem Klassiker BILLY ja doch noch einige schöne Überraschungen, wie die Dinge denn so heißen dürfen. Mein Favorit seit ungefähr immer:

Die Klobürste VIREN. Da braucht man auch keinen Warnhinweis mehr.

 

Heute bin ich auf die Seite IKEA or Death gestoßen. Hier bekommt man einen Namen vorgesetzt und darf raten, ob er eher zu einem IKEA-Produkt passt oder doch zu einer Metal-Band gehört. Meine Quote nach ein paar Versuchen ist nahezu fehlerfrei, ich habe aber in langgezogenen IKEA-Besuchen und meiner Laufbahn als Musikkonsument doch einiges an Vorwissen gesammelt.

 

Wer genug von Schwedisch angehauchten Namen hat, kann sich ja mal hieran probieren:

Afrikanischer Fluss oder deutsches Startup? Ich jedenfalls habe dabei richtig schlecht abgeschnitten, kannte weder die Flüsse noch die Startups, mit Ausnahme von dawanda.

 

P.S.

Ein alter Hut ist es ja, für einen neu zu (er)findenden Namen erstmal die Übersetzungen eines passenden Begriffs in Google Translate durchzuspielen. Macht das noch jemand ab und an?

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Mein Drucker sieht das anders.

Cyan Magenta Yellow(c) Sergiu Bacioiu, flickr
Cyan Magenta Yellow(c) Sergiu Bacioiu, flickr

 

Ich drucke das kurz.

 

Dachte ich.
Heutzutage hat ja jeder einen Drucker. Meiner ist ein Tintenstrahldrucker, und ich vermute, das ist ein Fehler. Der Besitz von Tintenstrahldruckern, meine ich.

 

T: 00m Ich drucke das kurz aus.
Mein Drucker sieht das anders. Ich schalte ihn an. Etwas über eine Minute machen irgendwelche Klappen und sonstige Dinge in meinem Drucker interessante Geräusche. Das ist normal, wenn man ihn anschaltet. Ich weiß, dass er bei diesem Anschalten auch richtig viel Tinte durch sein unergründliches Inneres spült, aber das ist okay. Immerhin könnte angetrocknete Tinte an der Düse oder den Patronen oder irgendwo in dem kilometerlangen Leitungssystem, das ich mir in meinem Drucker so vorstelle, den Drucker verstopfen, und dann habe ich den Salat. Dem Drucker und seinem Hersteller könnte es egal sein– aber beide sind nett, folglich spült mein Drucker jetzt. Vielleicht explodiert er auch, wenn er verstopft ist– und Druckertinte überall, das möchte ich nun wirklich nicht. Also warte ich geduldig, bis der Drucker angegangen ist und alles getan hat, was er da eben so tut.

 

Der Druckauftrag steckt schon lange irgendwo zwischen meinem Laptop und dem Drucker selbst fest. Ich stelle mir vor, wie er zwischen den beiden Anschlüssen hin und her pendelt: „Geh wieder, ich kann noch nicht drucken“ sagt der Drucker, und der Druckauftrag schlendert wieder Richtung Laptop: „Du bist noch nicht fertig? Ab, zurück zum Drucker!“

 

T: 03m Das Lämpchen, das blinkt, wenn irgendetwas passiert oder ist, das der Drucker nicht gut findet, blinkt mich an. Immerhin, das bedeutet, er ist mit seinem Startprozedere fertig. Das Druckerstatusfenster sagt mir, dass Magenta ziemlich leer sein müsste. So leer, dass es ausgewechselt werden muss. Später? Nein, jetzt sofort. Vorher geht hier nichts. Ich gucke kurz nach, was ich da drucke. Einzige Farbe, die gedruckt werden müsste: Schwarz.
Vielleicht weiß der Drucker das ja nicht, aus irgendeinem Grund. Ich breche den Druckauftrag ab und versuche es nochmal. Diesmal teile ich dem Drucker direkt mit, dass ich das nur in Schwarzweiß brauche.
Das Lämpchen blinkt. Und der Drucker lässt nicht mit sich verhandeln. Er möchte die Magenta-Patrone ausgewechselt haben. Ich klappe die beiden Klappen, die das Innere des Druckers vor der Außenwelt und Staub bewahren, auf. Der Schlitten, auf dem die Patronen sitzen, fährt ganz nach rechts, da, wo ich ihn nicht erreiche. Irgendwelche Teile, deren Funktion ich mir genausowenig erklären kann, wie deren Lage, klappen anscheinend im Drucker hin und her. Dann fahren die Tintenbehälter an mir vorbei nach links. Auch dort kann ich sie nicht erreichen. Letztendlich findet der Drucker dann doch die sprichwörtlich goldene Mitte und ich kann die Patrone auswechseln.

 

T: 05m Jetzt suche ich die Ersatzpatronen. Sie sind definitiv vorhanden und ich lebe in einer Einzimmerwohnung, also ist das nicht schwer. Voraussschauenderweise, und um den Originaltinten, die teurer sind als glaubhaft erklärbar, zu entgehen, habe ich eine Box mit je 5 Patronen jeder Farbe bestellt. Die kommt jetzt zum Einsatz. Hersteller der Patronen ist irgendjemand, der nicht Druckerhersteller ist, aber immerhin kommuniziert der Chip dieser Patronen einwandfrei mit meinem Drucker. Eigentlich ein kleines Wunder.

 

T: 10m Nachdem ich die Ersatzpatrone aus einer doppelten Plastikverpackung befreit habe, tausche ich das No-Name-Ding und die alte Patrone miteinander. Der größte Unterschied ist, dass man in die Markenpatronen nicht reinsehen kann- wahrscheinlich, damit man nicht sieht, ob doch noch Tinte vorhanden wäre. Schnell alles zugeklappt, und nochmal den Laptop auf den Schoß genommen. Weil ich irgendwas im Drucker gemacht habe, läuft irgendein Selbsttest. Mein Verdacht sagt mir, dass auch in diesem Geklapper einiges an Tinte durch den Drucker spülen involviert ist. Am Rechner ein Fortschrittsbalken im Leerlauf. Wieder erscheint im Druckfenster eine Meldung: Schwarz (Nicht das für Dokumente, das zum Bilderdruck– es gibt zwei Sorten Schwarz, auch ganz wichtig!) und Yellow sind leer. Warum mein Drucker nicht sagt, dass Yellow Gelb ist, frage ich mich schon gar nicht mehr. Eher, warum er da jetzt erst draufkommt.

Druckerpatronen- nur sind die nicht von HP. (c) kennymatic, flickr
Druckerpatronen- nur sind die nicht von HP. (c) kennymatic, flickr

 

Ich krame also noch Bilderdruckschwarz und Gelb aus meinem Ersatzpatronenkarton. Wieder fummele ich eine total unpraktische doppelte Plastikverpackung von den Patronen und tausche sie aus. Vorsichtig, denn wenn Druckertinte irgendwo außerhalb des Druckers landet, ist das nicht spaßig.
Ungeduldig klappe ich alles zurück und warte, bis der Selbsttest mit integrierter Tintenverschwendung durchgelaufen ist. Doch auch danach keine Bewegung im Fortschrittsbalken. Keine Fehlermeldung zu sehen. Selbst das Lämpchen hat nichts auszusetzen. Dennoch: Kein Druck. Ein kurzer, prüfender Blick auf den Drucker liefert mir dann die Erkenntnis: Ich muss diese Ablage ausklappen, auf der alles ausgedruckte landet. Mein Drucker hat nämlich, wie es der Zufall will, nicht einfach alternativ einen Auswurfschlitz.

 

T: 20m Endlich! Völlig unspektakulär schiebt sich das erste bedruckte Blatt aus meinem Drucker. Ich bin erleichtert. Und dann hört er auf. Der Druckerstatus sagt mir immerhin direkt, was los ist- kein Papier mehr. Dabei war doch vorhin noch Papier im Fach zu erkennen. Muss aber das letzte Blatt gewesen sein. Das also auch noch aufgefüllt. Immerhin spült oder schiebt der Drucker kein Papier durch, wenn man es nachfüllt.

 

T: 25m Ich habe es geschafft- zwei Seiten einfachster Schwarzweißdruck (und das ist ja schon übertrieben ausgedrückt, denn das Weiß wird bekanntlich nicht gedruckt) liegen vor mir.

 

Fazit:

Mein Drucker von HP ist auf „optimalen Verbrauch“ optimiert, wenn man so will. (Ich verlinke die Marke bewusst nicht.) Außerdem muss für Drucke mit Dokumentenschwarz auch von jeder anderen Farbe genug vorhanden sein. Wie konnte ich je etwas anderes erwarten.
Für einen einfachen Druck von zwei Blättern Papier braucht man im Zweifelsfall eine gute halbe Stunde, das Hauptproblem ist hierbei besagtes High-Tech-Gerät. Da ist ja selbst 3D-Druck irgendwie entspannter.
(Hallo HP-Social Media-Menschen, ihr dürft mir gerne schreiben. Ich beiße nicht.)

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