Der dehnbare Begriff Digital Natives – Zukunftsgedanken von einem Digital Native

Kleiner Flashback zum 29. November 2009: Ich, noch junger Blogger und hauptberuflich Schüler, schrieb einen Gastbeitrag zum Thema „Digital Natives“. Da es das massenpublikum, das damalige Blog von Sachar Klein (damals noch Kriwoj) nicht mehr gibt, habe ich den Artikel hierhin „gerettet“. Beim Lesen ist zu Bedenken: Das Geschriebene ist bald 7 Jahre alt.

 

Der dehnbare Begriff Digital Natives- Zukunftsgedanken von einem Digital Native

Überall wird mit dem Begriff des „Digital Native“ oder „Generation Internet“ herumhantiert. Jeder behauptet plötzlich, ein Digital Native oder ein so-gut-wie-Digital-Native zu sein. Man muss aber jedes neue, inflationär benutzte Reizwort auf seine eigentliche Bedeutung hin überprüfen. Hört man „Ich bin ein Digital Native“, fällt vor allem auf, dass dieser Begriff von Menschen benutzt wird, die 25+ oder gerne auch über 30 Jahre alt sind. Ausdrücken wollen sie, dass sie mit der gegenwärtig aktuellen Technik aufgewachsen sind. Für die jeweiligen Personen wichtiger Nebeneffekt ist oft, sich jünger und durch das gebrauchte Englisch moderner eingestellt zu fühlen. Man darf aber nicht jede plötzlich auftauchende und dann vielbenutzte Wortschöpfung ohne Nachdenken übernehmen. Das Wort Digital Native macht nur beschränkt Sinn und sollte einen vor allem zum Nachdenken bringen, wie der Stand der Dinge denn in Zukunft sein wird.

 

Digital Native bedeutet übersetzt Digitaler Eingeborener. Eingeboren ist man, wenn man mit etwas von Anfang an vertraut ist. Natürlich kann man nicht sagen, da im Kindesalter noch keine ernsthaften Erfahrungen in der digitalen Welt gemacht werden, gibt es gar keine Digital Natives. Der Begriff beschreibt doch am Besten jeweils die Kinder oder Jugendlichen, die ganz grob umrissen von 8 bis etwa noch 16 Jahren erste Erfahrungen mit modernen digitalen Techniken und Medien machen. Sie nutzen diese spielerisch und erlernten Funktionen leichter durch Ausprobieren als manch Älterer mithilfe einer Bedienungsanleitung und eines zusätzlichen, ausführlichen Handbuches vermag.

 

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Diejenigen aber, die sich gerne als Digital Natives sehen, sind viel eher Wegbereiter der gegenwärtigen und kommenden Generation der Digital Natives. Sie sind schon lange aus dem intuitiven, spielerischen Umgang mit neuer Technik „herausgewachsen“ und fangen an, neue Entwicklungen theoretisch zu durchdenken, selber an Websites, Communities, Blogs usw. zu arbeiten beziehungsweise diese für sinnvolle Dinge zu nutzen. Der spielerische Ansatz geht verloren und wird zu einem ernsthaften. Man spielt jetzt auch nicht mehr am Rechner, sondern arbeitet. Das Ziel ist nun, das Medium Internet für sich und seine berufliche Zukunft und Ziele zu nutzen.

 

Weiterhin bin ich mir sicher, jeder, der heute noch alle gängigen Messenger und Netzwerke kennt, wird schon ab 20, vielleicht auch erst 30 Jahren zu einem „Digital Immigrant“. Das passiert von ganz alleine und vor allem unfreiwillig. Man muss sich Neues fortschreitend aneignen und erfährt auch nicht mehr wie früher selbstverständlich davon, sondern muss aktiv dafür sorgen, auf dem neuesten Stand zu bleiben. Das führt dazu, dass man nicht mehr hinterherkommt.

 

Was sich aber aus all diesen Überlegungen ergibt, ist kurz und trotzdem umso wichtiger: Diejenigen, die aus ihrem Digitalen Nativismus herauswachsen, müssen dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche unbefangen das Internet als Spielwiese nutzen können. Jugendschutz, Datensicherheit und die einfache, intuitive Bedienung gehören dazu. Die Daten Minderjähriger müssen ohne explizite Nachfrage geschützt werden. Online-Tools zum Bearbeiten von Bildern oder Basteln erster Webseiten müssen noch einfacher zu bedienen werden und trotzdem alle Funktionen bieten.

 

Wenn diese Vorraussetzungen erfüllt sind, werden sich auch Ältere, die sich nie mit dem PC beschäftigt haben, 5 Minuten nehmen, um sich ein Mailpostfach anzulegen. Stimmen müssen mehr und mehr die einfache Bedienung und nach wie vor der praktische Nutzen. Wenn wir bessere Bedingungen für alle schaffen, lässt sich das Medium Internet effektiver nutzen.
Mehr Leute werden produktiv etwas beitragen können.

Wenn das den momentanen Entscheidern und Machern bewusst wird, wird das Internet mehr Menschen erreichen. Und letztendlich werden dann mehr Leute von Programmierung, Webdesign und auch Werbung im Internet leben können. Man muss es mehr Menschen an mehr Orten zugänglich machen. Das alles fällt mir ein, wenn ich den Begriff Digital Native lese. Und das alles wünsche ich mir für die nächsten Jahre.

 

(Mir ist klar, dass nicht alles hier bis ins kleinste Detail sorgfältig durchdacht ist. Das kann ein Einzelner nicht leisten. Darum bitte ich euch, eure Gedanken zum Thema hier als Kommentare mitzuteilen.)

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IKEA und die lustigen Produktnamen

Ich habe ja auch hin und wieder mit Namensgebung zu tun. Zum Glück muss ich aber nicht ein riesiges Inventar eines Möbelimperialisten benamsen. Bei dem schwedischen Heimausstatter gibt es neben dem Klassiker BILLY ja doch noch einige schöne Überraschungen, wie die Dinge denn so heißen dürfen. Mein Favorit seit ungefähr immer:

Die Klobürste VIREN. Da braucht man auch keinen Warnhinweis mehr.

 

Heute bin ich auf die Seite IKEA or Death gestoßen. Hier bekommt man einen Namen vorgesetzt und darf raten, ob er eher zu einem IKEA-Produkt passt oder doch zu einer Metal-Band gehört. Meine Quote nach ein paar Versuchen ist nahezu fehlerfrei, ich habe aber in langgezogenen IKEA-Besuchen und meiner Laufbahn als Musikkonsument doch einiges an Vorwissen gesammelt.

 

Wer genug von Schwedisch angehauchten Namen hat, kann sich ja mal hieran probieren:

Afrikanischer Fluss oder deutsches Startup? Ich jedenfalls habe dabei richtig schlecht abgeschnitten, kannte weder die Flüsse noch die Startups, mit Ausnahme von dawanda.

 

P.S.

Ein alter Hut ist es ja, für einen neu zu (er)findenden Namen erstmal die Übersetzungen eines passenden Begriffs in Google Translate durchzuspielen. Macht das noch jemand ab und an?

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Ich als 3D-Druck-Spezialist im Interview

Zitat aus dem Artikel der Wirtschaftszeitung
Noch vor der Make Munich hat Birgit Bauer ein Interview für die Wirtschaftszeitung mit mir geführt- ich habe ihr erst einmal die rudimentären Grundkenntnisse vermittelt, was 3D-Druck und die gängigen Verfahren angeht, und dann sind wir noch etwas auf die Auswirkungen für Wirtschaft, Kunst und Privatanwender eingegangen.
Die Ausgabe, in der der Artikel vorkommt, gibt es noch nicht im Archiv, ich darf aber freundlicherweise den betreffenden Artikel hier hochladen.

Der Artikel „Ein Auto aus dem 3D-Drucker“ als PDF

Es fühlt sich noch ungewohnt an, als 3D-Druck-Spezialist bezeichnet zu werden, aber nachdem ich bereits einige (mir schon ewig scheinende) Zeit alle Neuigkeiten eifrig beobachte und mich mit vielen Pionieren austausche, sowie mit der Make Munich die wohl erste Veranstaltung, die 3D-Druck für Heimanwender fokussiert und erklärt hat, mitveranstaltet habe, bin ich echt stolz .

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Das neue Magenta Monopol

Zum Schreiben dieses Beitrags hat mich diese Woche ein Artikel im Wall Street Journal Deutschland angestiftet. Kurze Zusammenfassung: Die deutsche Tochter der Telefónica kauft sich ins Glasfasernetz der Telekom mit ein. Warum ich das als einen möglichen Schritt zur erneuten monopolistischen Stellung der Telekom und somit auch als eine Gefährdung in Sachen Netzneutralität sehe, versuche ich nun anschaulich zu erklären. „Das neue Magenta Monopol“ weiterlesen

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LBS: Keine sichere Bank.

Nach der Dezember-Montagsrunde, mit Daniel Rehn als Gastgeber, fehlt noch eine kleine Zusammenfassung, und ich konnte ein richtig schön schlechtes Wortspiel in den Titel integrieren. Also: Es geht nicht um Bankerzockerei, sondern um Nerdzockerei mit Smartphones, Location Based Networks oder auch Location Based Services. Ich persönlich halte die Bezeichnung Location Based Services für treffender, da auf anderen Plattformen doch eine spürbarere Vernetzung stattfindet, welche eher auf LBS transportiert wird, als dass sie sich dort entwickeln kann.

Natürlich ist bei jeder neuen Art von Diensten die Frage da, was es bringt. Location Based Services sind vielseitig nutzbar. Sie können eine virtuelle Reisedokumentation sein, für den Nerd bieten sie einen Spaß, sind ein Spiel, in dem man sich messen kann. Gut, dass man dafür dann im Idealfall sogar im realen Leben unterwegs ist. Für Daniel dient Foursquare beispielsweise immer wieder als eine Stechuhr- auch das ist eine mögliche Form der Nutzung von ortsbasierten Diensten. Das gegenseitige spielerische Messen von Unterwegssein und Reisen kann in eine Jagd um Mayors und Badges ausarten, mir passiert es zumindest öfter, dass man mir freundlich-aggressive Nachrichten zukommen lässt, wenn man seine Ortshoheit an mich verloren hat. Aber durch solche Sticheleien macht es auch mehr Spaß, finde ich- und wer einen digitalen Stellungskrieg will, dem sei die App foursqWAR empfohlen, gerade ist sie sogar kostenlos zu haben.

„LBS: Keine sichere Bank.“ weiterlesen

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Vorraussetzungen für Social Media im Kommunikationsstudium

Wenn man denn mal bestimmen dürfte, was man studieren will…dachte ich mir, als Daniel Rehn mir passend zur gestrigen Montagsrunde mit David Philippe und Michael Waning den Auftrag stellte, mir in die Richtung mal Gedanken zu machen. Eine gute Frage eigentlich:
„Wenn ich Kommunikationswissenschaften studiere, was erwarte ich zum Thema Social Media?“
Dass die neuen, sozialen Medien, momentan sowohl bei den lehrenden Professoren, als auch den lernenden Studenten noch nicht angekommen sind, konnten uns die anwesenden (Ex-)Studenten in der Montagsrunde eigentlich nur bestätigen. Dazu siehe das gute Fazit zur Montagsrunde mit dem Thema „Social Media Lehre im Studium“.

„Vorraussetzungen für Social Media im Kommunikationsstudium“ weiterlesen

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Twitter.com ist der neue Twitter-Client

Nachdem ich diese Nacht noch die Twitter-Keynote (es war doch eine Keynote?) gesehen habe, habe ich in diesem Beitrag das Wesentliche über die neue Version der Twitter-Website zusammengeschrieben.

Aber erstmal holen wir etwas weiter aus. Es gibt ein neues Twitter-Logo, die wesentliche Änderung sind die Zacken der Federn des Twitter-Vogels an den Flügeln. Warum Twitter die eigene Web-Version relauncht, lässt sich an ein paar Zahlen ganz einfach nachvollziehen.

Twitter.com ist nach wie vor der Top-Client für Twitter-Nutzer. Soll heißen, die Hälfte der Nutzer nutzt einzig und allein die Web-Version von Twitter. Etwa 40% nutzen die mobile Version von Twitter. „Twitter.com ist der neue Twitter-Client“ weiterlesen

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Suche, Monitoring, Channels.

Twingly. Blog- und Microblog-Suche und Monitoring. Warum ich das erst seit ganz kurzer Zeit nutze, erkläre ich gleich. Als wir (im Wesentlichen Christian) mit der Opernwerkstatt starteten, hat uns Anja Rauch von Twingly gleich Unterstützung angeboten. Damals haben wir beide nicht viel damit anfangen können. Vielleicht war es auch nicht das richtige Instrument für so ein Projekt.

Okay, wenn euch jetzt große Fragezeichen im Kopf herumschwirren: Inzwischen kann ich es einfach zusammenfassen: Twingly kann man nutzen, um Social-Media-Monitoring zu betreiben oder einfach Blog- und Social-Network-Beiträge zu einem bestimmten Begriff zentral und übersichtlich anzeigen zu lassen. „Suche, Monitoring, Channels.“ weiterlesen

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