Tuned In- Social TV per App einschalten!

09. Dezember 2011

Joy & Mya  - Steel non se la sentiva...

Gibt es ein audiovisuelles Medium, dass besser dem Image der Passivberieselung gerecht wird als den Fernseher? Der Wandel zum passeiven Medium fand jedoch erst in etwa in den 1960er Jahren statt. Langsam löste der Fernseher das Klavier als teuerstes Möbelstück in den Wohnzimmern ab. Einige Statistiken sehen den Fernseher noch momentan auf dieser prestige- und für Hersteller auch gewinnträchtigen Pole Position.

In den Anfangszeiten des Fernsehens jedoch waren diese nicht in Privathaushalten zu finden, da viel zu teuer. Fernsehstuben waren ein Versammlungsort, vielleicht zu vergleichen mit den Thermen des Alten Roms. Man erfuhr gemeinsam Neuigkeiten und diskutierte diese am Stammtisch, aber ließ sich auch unterhalten.
Während heutzutage das Fernsehprogramm des vorigen Abends oftmals Gespächsthema ist, gilt Fernsehen nicht mehr als ein Medium, das mit dem sozialen Umfeld konsumiert wird. Mal mit Freunden, oft mit der Familie- aber seltenst vergleichbar mit den Ursprüngen des sozialen Miteinanders beim Fernsehen. Fernsehen ist nicht sozial und somit auch nicht mit unserer wirklichen Erlebniswelt gekoppelt.

Granada, de Cine
Von der Gegenwart zur nahen Zukunft: Heute wird im App Store die Applikation des Deutsch-Amerikanischen Social TV Startups TunedIn veröffentlicht. Momentan ist das Ganze noch Private Beta, 2012 wird dann die Website und iOs-App ergänzt, vor allem durch eine Android-Anwendung.
Ich möchte das Thema Social TV etwas anreißen, es folgt für euch dann noch ein zweiter Artikel mit einem knappen Interview, das ich mit Sebastian Bartz, dem Mitgründer dieses Startups geführt habe.

 

Im Wesentlichen bringt Social TV die Konsumenten derselben Filme, Serien und sonstigen Sendungen als Crowd zusammen. Social TV trägt Elemente verschiedener anderer Social Networks in sich. Man checkt sich ein und teilt seinem Freundeskreis mit, was man sieht. Das heißt hier “Tune In!” Man kann Serien und einzelne Folgen bewerten, favorisieren, vormerken zum späteren Ansehen und- Freunde dazu einladen. Kommentare sind auch erlaubt, wer aber spoilert, macht sich keine Freunde. ;-) Außerdem werden einem Informationen von Wikipedia, IMDB oder auch Rotten Tomatoes bereitgestellt. Fernsehen hat durch diese Elemente wieder mehr mit Handeln und gemeinsamem Erleben gemein.

Wenn man sich zu einer Sendung eincheckt, während diese normal vor dem Fernseher läuft, wird es spannend, zu sehen, wer diese noch sieht, womöglich von den eigenen Freunden. Sich live untereinander zu unterhalten, das findet bisher, wenn dann vor allem auf Twitter in der Timeline statt, wird dort aber immer wieder auch kritisiert und parodiert.

Es auf ein extra Netzwerk, den Fernseher ergänzend, zu verlegen, macht Sinn, da Social Media ja nachweislich parallel zum Fernsehen genutzt werden. Social TV könnte vor allem in Anbetracht dessen zukünftig noch interessanter werden, da durch nicht-lineares Fernsehen (Stichwort Boxee mit Integration von Twitter und Facebook, Apple TV& Co) eine Integration in zukünftige Fernseher oder Wiedergabegeräte nahe liegt.

Es gilt: Das Fernsehen ist tot. Lang lebe das Fernsehen!

Swamp TV.

Share
  • Markus Rollbühler

    Und ich dachte: mammutblog ist tot. – Lang lebe der mammutblog! Mach bitte wieder weiter…!